Sag mal, Sankt Johanner Gesamtfeuerwehr-Kommandant

Walter Ochs, haben wir richtig gelesen? Sie wollten Ihren Untergebenen von der freiwilligen Feuerwehr-Unterabteilung Bleichstetten nicht das große Feuerwehrauto genehmigen, das besagter Unterabteilung zweifellos zusteht, sondern nur ein ganz kleines, mickriges? – Ja ja, der Gemeinderat wollte das große Spritzenauto auch nicht genehmigen, aber Sie und Ihr ehrenwerter Gesamtfeuerwehrhauptausschuss doch wohl besonders nicht! Als daraufhin die in rote Sweatshirts gekleideten Bleichstettener konsequent und geschlossen ihre Feuerwehr-Lappen zurückgaben, sahen Sie, Ochs, gar rot – und brandredeten, dass dieses Kündigungs-Defilee etwas von einer kleinkindlichen Trotzreaktion gehabt habe. Es könne nicht sein, sagten Sie, dass auf Mehrheitsbeschlüsse so reagiert werde, und zitierten die abtrünnige Abteilung vor den Hauptausschuss. Worauf Ihr Spießgeselle, der Bleichstettener Ortsvorsteher, die Nicht-mehr-Feuerwehrler eilends aufforderte, umgehend ihren Dienst wieder aufzunehmen.

Walter Ochs! Sie und der Ortsvorsteher, ihr habt da was missverstanden. Seht mal: Eure Feuerwehr, die ist doch freiwillig, stimmt’s? Wohl. Und „vor den Ausschuss zitieren“, „fordern“, und „nicht sein können“, das passt irgendwie nicht zu „freiwillig“. Schon klar – freiwillig ist bei der Freiwilligen Feuerwehr eigentlich nur der Eintritt, und spätestens seit Baron d’Holbach weiß auch der hinterste Feuerwehrgesamtgeneral, dass es so etwas wie einen freien Willen eigentlich gar nicht gibt. Trotzdem finden wir eure hitzigen Kommandos in Richtung der Ausgetretenen doch arg unverfroren. Besser wär’s drum, ihr tätet gleich eine Berufsfeuerwehr installieren. Oder, noch besser: Lasst es bleiben, denn so ganz willenlos wird sich euch nicht mal ein Profilöscher fügen. Wisst ihr, was? Stellt aus den verbliebenen Feuerwehr-Unterabteilungen einfach ein Freikorps zusammen und zeigt den Abtrünnigen, wie man in Sankt Johann mit Freidenkern umgeht, denen es noch nicht mal davor graust, von allen schwäbischen Provinzglossenfritzen als – schenkelklopf – Auf-dem-Schlauch-Steher gebrandmarkt zu werden.

100 Liter Freibier von den Freischärlern in der Mansarde!

P. S. Liebe Moslems, aus technischen Gründen war es uns in dieser Ausgabe leider nicht möglich, euch wie gewohnt zu beleidigen. Wir geloben Besserung.

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