Mehdorns Ansagerin hat mir meinen Nordsee-Trip versaut
Liebe Freunde! Die Notizen aus dem Dachgeschoss müssen heute leider ausfallen. Euer Notiziar hatte zu viel zu tun. — Ich erwäge nämlich den Umzug vom windstillen Südwestdeutschland an die baumlose, eisige Nordseeküste und war dieser Tage per Bahn in eben dieser Sache unterwegs. Jetzt bin ich total übermüdet. Und das Meeresrauschen und die steife Brise, die mir an meiner potenziellen künftigen Wirkungsstätte fortwährend entgegenwehte, haben mir ganz schön zugesetzt. Bis bald.

Hier seht Ihr zwei Möwen, die ich auf meiner Reise fotografiert habe.
P. S. Bahnchef Hartmut Mehdorn, sagen Sie mal: Wie muss man eigentlich drauf sein, um bei Ihnen einen Job als Bahnhofs-Lautsprecherstimme zu kriegen? Einfach nur brezelblöd? – Hören Sie sich mal an, was die Durchsagerin auf dem zum Frankfurter Flughafen gehörigen Fernbahnhof am 17. September zwischen 23 Uhr und 23 Uhr 30 so von sich gab: „Wirä bi-ttän die Reisenden nachää Köln un-tää Düss-säldorf …“; „der ICE aufffää Gleisssechssää verkehrt heutää …“; „bi-ttäachten Sie auf die Lautsprecherää-durchsagen …“ So in dem Stil, die ganze halbe Stunde! In einer total ekligen Sprechmelodie und mit einem ‚ä’, das vermutlich nach einem Schlusshauch, wie er im Französischen üblich ist, klingen sollte, aber nicht klang. Schon ziemlich dreist, wie man sich als Zugreisender von so einem selbstgefälligen Lautsprecherweib verarschen lassen muss, was? Feuern, die Frau!
P. P. S. Liebe Gabriele Pauli (CSU)! Sie haben die Idee mit der auf sieben Jahre befristeten Ehe also vom fränkischen Kabarettisten Frank-Markus Barwasser übernommen? Erste Sahne! Denn, warum sollen immer nur Politiker Vorlagen für Kabarettisten liefern und nicht auch mal andersrum, nicht wahr? – Überhaupt halte ich die ganzen CSU-Generäle, die Sie ob ihres Sieben-Jahres-Vorstoßes der Hirnvernageltheit zeihen, für selber doof. Schließlich hat die Fristenlösung fast nur Vorteile: Unterhaltsfragen müssten gleich zu Beginn der Ehe geregelt werden, Scheidungsanwälten wäre ein für alle Mal das verderbte Handwerk gelegt, die Abzocke der Ex-Ehemänner wäre passé … Aber, mal ganz unter uns Pastorentöchtern: Dass Sie ausgerechnet jetzt damit rüberkommen, ist doch kein Zufall, oder? Wollten Sie sich etwa kurz vor der Wahl zum CSU-Parteivorstand noch einmal ins Gespräch bringen, um ihre Chancen zu erhöhen? Haben Sie das Ding rausgehauen, weil Sie Angst hatten, jemand könne Sie tatsächlich wählen? – Wie auch immer; wenn ich könnte, würde ich Sie immer und überall wählen. Gewissermaßen in Anerkennung all ihrer selbstsüchtigen, durchschaubaren Versuche, sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Toi, toi, toi!


