Plakat-Skandal: SPD schweigt

2. Juni 2009

Die kleine Hamburger Werbeagentur Pawlow & Stadtmoser hat ein Plakat für die bevorstehende Bundestagswahl gestaltet und der SPD für Wahlkampfzwecke angeboten. „Das war vor drei Wochen“, so Agenturchef Paul Stadtmoser. „Leider haben wir von SPD-Seite seither nichts mehr gehört.“ An überzogenen Forderungen seitens seiner Agentur, führt Stadtmoser aus, könne es nicht gelegen haben. Auch glaube er nicht, dass das Plakat auf dem Postwege verlorengegangen sei.

Das sind die Feinde der Demokratie
Das sind die Feinde der Demokratie: Plakatentwurf von Pawlow & Stadtmoser

Stadtmoser vermutet vielmehr, der SPD-Vorstand hege Befürchtungen, man könne die Aussage des Plakats als Kritik an den Islam missbrauchenden Islamisten, militanten Feministinnen und der einfluss- und reichtumreichen Isreal-Lobby missverstehen. „Dabei“, erklärt der langjährige SPD-Sympathisant, „kritisieren wir doch einfach nur Moslems, Weiber und Juden.“ Sollte die SPD den Vorschlag nicht akzeptieren und jede Zahlung verweigern, sehe er die Existenz der Agentur gefährdet.

Mansarde 72 meint: Ewig schade um das schöne Plakat!


Mehr zum Thema Islam: Gott will es!
Mehr zum Thema Frauen: Volles Programm: Weiber, Moslems, Nashornwasser


Charlotte Knobloch c/o Zentralrat der Juden,

11. Juli 2008

haben Sie schon gehört? Im Berliner Zoo ist ein kleiner Großer Ameisenbär zur Welt gekommen. Er wiegt 3,3 Kilogramm und streckt ab und an seine Zunge raus (Quelle).

So weit, so gut – aber raten Sie mal, wie das Tierchen heißt: Adolpho, Knobloch, Adolpho! Und dazu haben Sie Ihre Einwilligung erteilt? Obwohl Adolpho doch wohl eher zu einem Braunbären passt? Wie bitte? Sie sind gar nicht gefragt worden?

Ei, ei, ei, ei, ei, ja, wo leben wir denn?!


mansardenticker 07/08

6. Juli 2008

+++ hitler +++ +++ +++

Berlin. Der Wachs-Attentäter, der gestern im neu eröffneten Berliner Ableger von Madame Tussauds den Kopf der Hitler-Figur abgerissen hat, heißt Frank L. und wohnt in Kreuzberg. Wie die Berliner Morgenpost meldet, sei L. früher Polizist gewesen – bis er merkte, dass er „auf die andere Seite“ gehöre.

Ja, L., was fällt Ihnen denn ein, die Wachsfigur von Hitler zu demolieren? Was hat Ihnen der Mann denn getan?

+++ mutig +++ +++ +++

Köln. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, schreibt die Kölnische Rundschau, gebe als Wahlziel für die Union mutig die „40 plus x“ aus.

Höre, Kölnische Rundschau: „40 plus x“ als Wahlziel auszugeben ist nicht mutig. Mutig ist das hier:

[ZDF, Neues aus der Anstalt]


+++ ss +++ +++ +++

Tübingen. Mansarde 72 unterstützt ein Projekt gegen Ausländerfeindlichkeit in Tübingen. Dort haben sich im Juni zehn couragierte „Super-Skinheads“ („SS“) zusammengefunden, um unerschrocken gegen die um sich greifende Diskriminierung von Mitbürgern mit Migrationshintergrund aufzutreten. In letzter Zeit hatten rechtsextreme Tübinger Gruppierungen – die sich samt und sonders im universitären Dunstkreis bewegen – immer mehr Zuspruch gefunden.

„Wir selbst sind zwar Skinheads, aber deswegen noch lange keine Neonazis“, betont SS-Chef Heiko Winkler. „Vielmehr sehen wir uns in der Tradition der antirassistischen SHARP-Skins. Und auf eines könnt ihr Wichser euch verlassen: Den rassistischen Studentenmob nehmen wir auseinander. Wir setzen uns nämlich ein für die Rechte der Scheiß-Kanak… äh, gegen, äh, für Ausländer, also gegen feindliche Auslän…, also gegen Feindlichkeit und gegen unfreundliche Aus… äh inländerfeindliche … Mitbürger mit … äh … Migrationshintergedanken … ach, scheiß doch der Hund drauf!“

Mansarde 72 unterstützt die Super-Skinheads mit 30.000 Euro.


Gesellschaftsmagazin Vanity Fair!

3. November 2007

Dein Autor Michel Friedman, ehemals stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden, hat am 4. Oktober ein zweistündiges Gespräch mit dem einstigen RAF- und späteren NPD-Anwalt Horst Mahler geführt (Teil I, Teil II). So weit, so schön und gut und couragiert; aber dieses Interview einfach so zu veröffentlichen – auf dass der Leser eigenverantwortlich entscheiden möge, ob dieser Mahler nun gut oder schlecht ist –, dazu warst du dann doch wieder zu feige, was? Stattdessen rechtfertigst du dich reflexhaft im Voraus für die Veröffentlichung („wir glauben, dass es eine bessere Bloßstellung der deutschen Rechtsextremen nie gegeben hat“ – ein herrlicher Blödsinn), damit auch ja keiner böse ist und etwa meint, du bötest Alt-Neonationalsozialisten wie Mahler und dessen Lebensgefährtin Sylvia Stolz („S. S.“) eine Bühne, ihre Ansichten zu verbreiten.

Dabei, Vanity Fair, wäre dein vorauseilendes Schwanzeinziehen gar nicht nötig gewesen: Schließlich ist Interviewer Friedman Jude, woraus folgt, dass immerhin schon mal die üblichen Watschen von Seiten des Zentralrats ausbleiben. – Wie bitte? Das sitzt einfach zu tief im Fleisch? Geht gar nicht mal anders? Das dachte ich mir.

P. S. Der Stil dieses und einiger anderer Beiträge auf Mansarde 72 ist
© Satiremagazin Titanic, Sektion „Briefe an die Leser“. Das musste mal gesagt werden.


Sag mal, Sankt Johanner Gesamtfeuerwehr-Kommandant

2. November 2007

Walter Ochs, haben wir richtig gelesen? Sie wollten Ihren Untergebenen von der freiwilligen Feuerwehr-Unterabteilung Bleichstetten nicht das große Feuerwehrauto genehmigen, das besagter Unterabteilung zweifellos zusteht, sondern nur ein ganz kleines, mickriges? – Ja ja, der Gemeinderat wollte das große Spritzenauto auch nicht genehmigen, aber Sie und Ihr ehrenwerter Gesamtfeuerwehrhauptausschuss doch wohl besonders nicht! Als daraufhin die in rote Sweatshirts gekleideten Bleichstettener konsequent und geschlossen ihre Feuerwehr-Lappen zurückgaben, sahen Sie, Ochs, gar rot – und brandredeten, dass dieses Kündigungs-Defilee etwas von einer kleinkindlichen Trotzreaktion gehabt habe. Es könne nicht sein, sagten Sie, dass auf Mehrheitsbeschlüsse so reagiert werde, und zitierten die abtrünnige Abteilung vor den Hauptausschuss. Worauf Ihr Spießgeselle, der Bleichstettener Ortsvorsteher, die Nicht-mehr-Feuerwehrler eilends aufforderte, umgehend ihren Dienst wieder aufzunehmen.

Walter Ochs! Sie und der Ortsvorsteher, ihr habt da was missverstanden. Seht mal: Eure Feuerwehr, die ist doch freiwillig, stimmt’s? Wohl. Und „vor den Ausschuss zitieren“, „fordern“, und „nicht sein können“, das passt irgendwie nicht zu „freiwillig“. Schon klar – freiwillig ist bei der Freiwilligen Feuerwehr eigentlich nur der Eintritt, und spätestens seit Baron d’Holbach weiß auch der hinterste Feuerwehrgesamtgeneral, dass es so etwas wie einen freien Willen eigentlich gar nicht gibt. Trotzdem finden wir eure hitzigen Kommandos in Richtung der Ausgetretenen doch arg unverfroren. Besser wär’s drum, ihr tätet gleich eine Berufsfeuerwehr installieren. Oder, noch besser: Lasst es bleiben, denn so ganz willenlos wird sich euch nicht mal ein Profilöscher fügen. Wisst ihr, was? Stellt aus den verbliebenen Feuerwehr-Unterabteilungen einfach ein Freikorps zusammen und zeigt den Abtrünnigen, wie man in Sankt Johann mit Freidenkern umgeht, denen es noch nicht mal davor graust, von allen schwäbischen Provinzglossenfritzen als – schenkelklopf – Auf-dem-Schlauch-Steher gebrandmarkt zu werden.

100 Liter Freibier von den Freischärlern in der Mansarde!

P. S. Liebe Moslems, aus technischen Gründen war es uns in dieser Ausgabe leider nicht möglich, euch wie gewohnt zu beleidigen. Wir geloben Besserung.


Vom armen D. K.

26. Oktober 2007

Aufgedeckt: Die fragwürdige Vergangenheit des Donkey Kong. Eine erschütternde Historie.

1981 entwickelte der japanische Spielehersteller Nintendo einen Automaten, auf dem ein Spiel namens „Donkey Kong“ lief. Was viele nicht wissen: Der Ursprung der genialen Affenfigur liegt um etliche Jahrzehnte länger zurück. Wir haben gründlich recherchiert und freuen uns, hier auszugsweise die erschütternde Geschichte des beliebten Gorillas und seines Erfinders präsentieren zu können.

1936  NS-Propagandaminister Joseph Goebbels schmeckt es nicht, dass der schwarze US-Amerikaner Jesse Owens bei den Olympischen Spielen in Berlin eine Goldmedaille nach der anderen abräumt und die Vertreter der nordischen Herrenrasse alt aussehen lässt. Er ersinnt den perfiden Plan, Owens als „Wilden aus dem Dschungel“ zu verunglimpfen und dessen Leistungen dadurch in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Über Mittelsmänner beauftragt Goebbels den damals gerade 18-jährigen Zeichner Karl Cornelius, der aus dem Erzgebirge stammt, sich durch das Illustrieren zweier Bücher über Zentralafrika einen Namen gemacht hat und unter dem Pseudonym „Don Carlos“ publiziert, eine karikaturistische Bildgeschichte für die nächste Ausgabe der „Deutschen Sportlerzeitung“ zu verfertigen. Cornelius alias Don Carlos wird angewiesen, bildlich darzustellen, wie ein Menschenaffe sich äußerst flink und gewandt fortzubewegen versteht, aber bei den einfachsten kulturellen Erfordernissen – wie beispielsweise dem Binden einer Krawatte – kläglich scheitert.

Goebbels; Urwald-Aff vom Kongo
Goebbels; „Urwald-Aff vom Kongo“

Nichts Böses ahnend macht sich der jugendlich-naive Cornelius ans Werk, und eine Woche später erscheinen in oben erwähnter Zeitschrift mehrere zusammenhängende Karikaturen unter dem Titel „Der Urwald-Aff vom Kongo“ – eine auf den ersten Blick harmlose Bildgeschichte, in der gewisse Unzulänglichkeiten von Gorillas aufs Korn genommen werden. Der Zusammenhang, in dem die Karikaturen erscheinen (ein „neutraler“ Kommentar zum Abschneiden schwarzer US-amerikanischer Sportler in Berlin), lässt jedoch keinen Zweifel an der Aussage derselben: Es geht einzig und allein darum, afroamerikanische Sportler – in erster Linie Owens – aufs Übelste zu diffamieren und zu verleumden, um so die Ehre des Nordmenschen zu retten. Erst Jahre später wird Cornelius klar, dass er zu Propagandazwecken benutzt worden ist. Obwohl er sich angesichts dieser Sachlage wie benommen fühlt, wird er künftig immer wieder in vergleichbare Situationen schlittern.

1953  Cornelius hat sich nach Kriegsende nach München abgesetzt, weil er glaubt, es in Westdeutschland eher zu materiellem Wohlstand zu bringen als unter sowjetischer Besatzung. Er zeichnet für ein paar unbedeutende Lokalblättchen und illustriert hier und da ein Büchlein. Unterdessen läuft der Wahlkampf für die bevorstehende Bundestagswahl auf Hochtouren – Finstermann Adenauer sucht verzweifelt nach einer Idee für seine Wahlkampagne. Da fallen ihm unverhofft Cornelius’ Urwald-Aff-vom-Kongo-Karikaturen in die Hände. Er erkennt die propagandistische Sprengkraft in Don Carlos’ Zeichnungen und lässt bei ihm eine Auftragsarbeit bestellen: Eine Figur vom Typ „Russischer Bär“ für die angeblich bald zu eröffnende Ausstellung mit dem Titel „Wappen und Hoheitszeichen“.

 CDU-Wahlplakat
CDU-Wahlplakat

Adenauer weiß genau, dass Cornelius keinerlei Erfahrung im Zeichnen von Bären vorweisen kann und er sein Leben lang nichts anderes als Affen gemalt hat, aber gerade darauf spekuliert der alte Fuchs. Und siehe da: Die fertige Zeichnung gleicht weniger dem russischen Nationaltier als vielmehr einem wildgewordenen Gorilla. Adenauers Wahlstrategen ergänzen das Werk noch durch einige konzentrische Linien und einen Slogan, und schon hängt an jeder zweiten Litfaßsäule ein abscheuliches Wahlplakat, dazu geeignet, sowohl den Sowjetbürger an sich als auch die deutsche Sozialdemokratie in böswilligster Weise zu diffamieren. Leider geht Adenauers Plan auf: Er gewinnt die Wahlen und regiert bis in die sechziger Jahre hinein. Wieder einmal ist Cornelius’ Werk schimpflichst missbraucht worden.

1967  Cornelius’ (wenn auch ungewollt) kraftvolle, zur Massenbeeinflussung bestens geeignete Werke rufen ein Jahrzehnt später selbst die Yankees auf den Plan. Ihr Feldzug gegen das vietnamesische Volk ist in den Vereinigten Staaten wenig populär, und so sinnen die Generäle über ein angemessenes Mittel zum Aufpolieren ihres miserablen Images nach. Ihr Plan: Den Feind als menschenverachtende Bestie in Verruf bringen, um die Proteste endlich verstummen zu lassen. Was läge da näher, als auf Cornelius’ Fähigkeiten zurückzugreifen? Eben. Der sich selbst als unpolitisch begreifende Erzgebirgler wird schnurstracks nach New York eingeladen, wo man seine Werke ausstellen will. Tatsächlich hat er in Deutschland – sieht man einmal von der durch Zweckentfremdung seiner Karikaturen erlangten Popularität ab – nie Berühmtheitsstatus erreicht. Er fühlt sich dementsprechend außerordentlich geschmeichelt und vermutet auch nichts Schlimmes, als man ihn auffordert, das Bildnis eines wutentbrannten Gorillas zu entwerfen – angeblich für ein Werbeposter für seine eigene Ausstellung (Darstellungen von Menschenaffen sind nach wie vor Don Carlos’ Spezialität). Darüber hinaus bittet man ihn, das Haupt des Tieres mit einer südostasiatischen Kopfbedeckung zu krönen. Begründung: Dies sei zur Zeit ganz besonders en vogue. Er tut schließlich – wiederum nichts Böses ahnend –, wie ihm geheißen.

Viet-Kong
„Viet-Kong“

Die Ausstellung in einem Brooklyner Abbruchhaus wird ein Reinfall. Dafür erscheint bald darauf auf Geheiß des CIA in beinahe allen Zeitungen das Bild des grässlichen Affen, der den Namen „Viet-Kong“ verpasst bekommt (diese Bezeichnung wird später eine Verunglimpfung aller nordvietnamesischen Kämpfer). Die Aussage ist klar: Alle Vietnamesen sind blutrünstige Monster, die zu bekämpfen nicht nur nicht schlecht, sondern im Gegenteil eine Verpflichtung für die Bürger der „freien Welt“ sein muss.

Cornelius sieht sich zum dritten Mal ausgenutzt und übertölpelt. Verbittert verlässt er die USA und wechselt die Fronten: Er übersiedelt in die DDR, wo er sich in seiner alten Heimat, dem Erzgebirge, niederlässt.

1979  Auch im östlichen Teil Deutschlands ist man sehr daran interessiert, Cornelius’ Fähigkeiten zu Zwecken der Agitation zu nutzen. Vielfach wird er bedrängt, diesen oder jenen westlichen Politiker als Affen zu karikieren. Cornelius, der mittlerweile um die vielfältigen missbräuchlichen Verwendungsmöglichkeiten seiner Zeichnungen weiß, geht diesen Versuchungen jedoch konsequent aus dem Wege, vermeidet jegliches Abbilden von Gorillas, Schimpansen und dergleichen Getier und illustriert fast ausschließlich Kinderbücher. Trotz dessen lässt er sich zumindest insofern mit dem Parteiapparat ein, als er sich bereit erklärt, ab und an Plakate zu entwerfen, die die Errungenschaften des Sozialismus und die Schönheit des Lebens in der DDR preisen. Er tut dies, um nicht als Quertreiber zu gelten; außerdem hält er solcherart Kunst für relativ harmlos.

Plakat zum Republikgeburtstag
Plakat zum Republikgeburtstag

Als jedoch die Forderungen nach beißenden antiimperialistischen Karikaturen von Seiten der SED immer lauter werden und man ihn ständig fragt, wo denn „die Affen“ blieben, reicht es ihm endgültig: Er nutzt seine Arbeit an einem Plakatzyklus zu Ehren des 30. Jahrestages der DDR dazu, mit den Betonköpppen der Partei abzurechnen und entwirft das oben abgebildete Plakat. Nach Ablieferung seines Werkes rechnet Cornelius mit seiner sofortigen Verhaftung. Doch, oh Wunder: Nichts geschieht! Die Arbeit geht ohne Beanstandung in Druck, und pünktlich zum 7. Oktober hängt seine Verhohnepipelung der werktätigen Klasse überall zwischen Warnemünde und Zittau. Was er nicht einkalkuliert hat: Niemand in der DDR achtet auf dergleichen staatliche Agitation oder würdigt sie auch nur eines Blickes. Über diese Ignoranz ist Cornelius beinahe noch mehr verärgert als über die Partei-Forderungen nach politischer Propaganda, und so nutzt er einen Besuch bei einer Verwandten in der Bundesrepublik, um voller Zorn erneut das Land zu wechseln.

1980/81  Endlich beschließt Cornelius, der Affen zeichnen kann wie kein Zweiter, sein Talent nicht mehr mit zweifelhaften Auftragsarbeiten zu vergeuden, sondern selber etwas auf die Beine zu stellen. Er entwirft eine Figur (quasi ein Destillat aller jemals von ihm verfertigten Gorilla-Studien) und verpasst ihr den Namen „Don C. Kong“ – in Anlehnung an seinen eigenen Künstlernamen Don Carlos. Sein Plan ist nun, zum Zwecke der Vermarktung seiner Schöpfung voll auf den US-Markt zu setzten. Schon bald spricht er bei den angesehendsten amerikanischen Magazinen vor. Er hat sich vorgenommen, Don C. Kong als Fortsetzungs-Bildgeschichte bei einer überregionalen Zeitschrift unterzubringen.

Don C. Kong
Don C. Kong

Von diesen Vorgängen bekommt ein ominöser Mister Motomiya Wind und unterbreitet Cornelius ein verlockendes Angebot: Er wolle Don C. Kong zum Helden eines elektronischen Bildschirmspieles machen, gemeinsam werde man sich daran dumm und dämlich verdienen. Obwohl er es besser hätte wissen müssen, erliegt Cornelius der Versuchung (noch immer träumt er von weltweitem Ruhm und Reichtum), fertigt Dutzende von Zeichnungen an, die Don C. Kong aus allen denkbaren Perspektiven zeigen, und erfindet auch noch eine kleine Story: Der Affe müsse eine holde Maid in seine Gewalt bringen, und ein tumber Handwerksgesell, für den sich Cornelius den Namen Marcoccio ausgedacht hat, solle versuchen, das Frauenzimmer aus den Klauen des Gorillas zu erretten. Umgehend sendet er seine Entwürfe an Motomiya. Schon wähnt er sich am Ziel seines künstlerischen Schaffens, schon glaubt er, das Anschwellen seiner Brieftasche zu versprüren – da kommt es, wie es kommen muss: Motomiya meldet sich noch ein paar Mal bei ihm und beteuert stets, dass alles zum Besten stehe, doch dann bricht der Kontakt unvermittelt ab. Cornelius’ Briefe kommen wieder zurück („Empfänger unbekannt verzogen“) und unter Motomiyas Telefonnummer ist niemand mehr zu erreichen.

Cornelius hält die Sache bereits für erledigt, da entwickelt die japanische Firma Nintendo einen Spielhallenautomaten, der über Nacht große Popularität erlangt. So weit, so gut – doch das Spiel, das es auf dem Automaten zu spielen gilt, kommt Cornelius, als er von der Sache erfährt, sofort verdächtig bekannt vor: Es dreht sich um einen Affen namens Donkey Kong, der eine gewisse Pauline (aus der später Peach werden soll) gekidnappt hat und um einen Typ namens „Jumpman“ (der später zu Mario mutiert), welcher versucht, Pauline zu erretten. Als Autor wird ein gewisser Shigeru Miyamoto genannt.

Cornelius schäumt vor Wut. Die Sachlage scheint völlig klar: Miyamoto alias Motomyia hat seine geniale Affenfigur geklaut, darüber hinaus auch noch die anderen Figuren sowie die komplette Story übernommen. Ja, er hielt es offenbar nicht einmal für nötig, sich einen neuen Namen für den Hauptdarsteller auszudenken, sondern änderte Cornelius’ Vorschlag „Don C. Kong“ nur geringfügig ab. Aufs Äußerste erregt strengt Don Carlos sofort mehrere Prozesse an, denn er ist nicht gewillt, sich aufs neue übertölpeln und einen Anderen die Früchte seiner Arbeit ernten zu lassen. Doch auch diesmal erreicht er nichts: Das Gericht sieht den Tatbestand des Diebstahls geistigen Eigentums als nicht erwiesen an – Cornelius kann nämlich so gut wie keine Beweise beibringen, die für seine Behauptungen sprechen. Außerdem ist er knapp bei Kasse kann sich keinen Anwalt leisten; eine Versicherung, die in solchen Fällen einspringt, hat er auch nicht. Er unterliegt auf ganzer Linie, während sich Miyamoto und Nintendo ins Fäustchen lachen und kräftig abkassieren. Aus Verbitterung übersiedelt Cornelius nach Lappland und beginnt dort das Leben eines nomadisierenden Rentierzüchters. Niemand hat seither wieder etwas von ihm gehört.

Und so ergeht an unsere geneigte Leserschaft abschließend die Bitte: Wenn Ihr Euch das nächste Mal mit Donkey Kong Country 1, 2, oder 3 vergnügt oder in die Welt von Donkey Kong 64 entführen lasst: Legt eine Gedenkminute für Karl Cornelius ein. Vielen Dank.

Mehr über Donkey Kong: Gangsta Donk und Saddam Kong


Fünf Absätze voller Hass

19. Oktober 2007

Wisst Ihr, was für einen Hessen die schwerste Beleidigung ist? Das: Wenn man ihn „Hasse“ ruft. Das Wort „Hasse“ ist ein Konglomerat aus Hase, Hesse und Hass und wurde zuerst im 16. Jahrhundert gehört. Als Wortschöpfer gibt die ältere Literatur keinen geringeren als Martin Luther an. Luther, so liest man, habe 1522 bibelübersetzenderweise auf der Wartburg gesessen, als seine Köchin ihm einmal vierzehn Tage am Stück Hasenbraten zum Mittagstisch vorsetzte. (Hintergrund: Hasen gab es zu dieser Zeit im Überfluss. Besonders hasenreich waren die stoppeligen Fluren Hessen-Kassels; die Kasseler avancierten eingangs des 16. Jahrhunderts gar zu den weltweit größten Hasenexporteuren und überschwemmten vor allem den nahen Thüringer Markt mit konkurrenzlos billigem Hasenfleisch.)

Derart eintönig bedient mochte der Kirchenreformator bald keine Hasen mehr sehen, klagte täglich lauter über die „gottverdammten verhassten Hasen aus Hessen“. Am zwölften Tag des Hasenbraten-Marathons, heißt es in der „Geschichte der vollfleischigen Fettgerichte“ von 1601, habe Luther, um noch eindringlicher toben zu können, die umständliche Konstruktion „verhasster Hase aus Hesse“ zu dem griffigen Abwertungsterminus „Hasse“ verdichtet. Der Neologismus fand bald Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch, und ab dem 17. Jahrhundert wurden mit dem Begriff nicht nur hessische Hasen, sondern generell die Einwohner Hessens – in Thüringen mindestens ebenso verhasst wie die marktbeherrschenden, einheimische Kleinwildjäger in den Ruin treibenden Kasseler Rammler – belegt.

Hass
Wohin man sieht: Hass

Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes erzählen. Ich wollte Euch fragen: Wisst Ihr schon das Neueste? Neonazis – wie auch die klassischen Nationalsozialisten – stehen politisch links der Mitte. Verzeihung, ich muss mich korrigieren: Das ist gar nicht das Neueste. Das ist sogar schon ziemlich alt und gehörte vor gar nicht langer Zeit sogar zum Allgemeinwissen. Das „S“ der NSDAP hatte nämlich durchaus seine Berechtigung. Besonders großen Anklang fand die sozialistische Idee übrigens bei den Mitgliedern der parteieigenen Kampf- und Rolltruppe SA. Wie heißt’s im Horst-Wessel-Lied:

Kam’raden, die Rotfront und Reaktion erschossen,
Marschiern im Geist in unsern Reihen mit.

Das bedeutet, die Nationalsozialisten sahen nicht nur die kommunistische Konkurrenz („Rotfront“) als Gegner, sondern machten ihren Feind ausdrücklich auch auf der rechten Seite aus: die Reaktion. Die Deutschnationalen. Die Kaisertreuen. Die Rechten eben.  Aufgemerkt: Im Unterschied zu den Nationalsozialisten waren die Faschisten sehr wohl rechts. Doch Obacht: Nicht überall, wo Faschismus draufsteht, ist auch Faschismus drin. Faschismus ist kein Gattungsbegriff für irgendwie martialisch und diktatorisch daherkommende Herrschaftsformen, auch wenn uns Alt-Achtundsechziger und Jung-Möchtegern-Bescheidwisser das immer wieder weißmachen. Die italienischen Schwarzhemden – die mit dem Rutenbündel und dem Mussolini –, das sind die richtigen Faschisten. Die waren rechts, weil sie konservativ waren und die strikte Ständeordnung propagierten. Darum darf man Faschisten niemals mit Nationalsozialisten verwechseln. Capisce? Niemals!

Wer heute rechts ist? Die NPD schon mal nicht. Aber die Republikaner sind rechts. Konservative Teile von CDU/CSU ebenso. Und wer das nicht glaubt, ist ein verdammter Hasse und soll gefälligst die „Anmerkungen zu Hitler“ von Sebastian Haffner lesen. (Wer es glaubt, soll sie bitte auch lesen, denn dieses Buch ist echt gut und viel dünner als der Hitler-Wälzer von Joachim Fest.) Ich wiederhole, schwöre und beteuere: Ein Hasse ist der, der so tut. Exakt. Ein ganz gewöhnlicher, gottverdammter Hasse.

P. S. Für einen Hasen ist es ebenfalls die schwerste Beleidigung, „Hasse“ genannt zu werden.


Richtigstellung

12. Oktober 2007

Sehr geehrte Leser,

in unserem Mansardenticker, Ausgabe 10/07, sind uns leider einige Fehler unterlaufen. Wir bedauern den Zwischenfall und geben folgende Erklärung ab:

Erstens: Die in Berlin erscheinende „Tageszeitung“ hat niemals berichtet, der Zentralrat der Juden wolle Eva Herman eine Funktion in seiner Führungsebene anbieten. Völlig unzutreffend ist, dass die TAZ die Zentralrats-Präsidenten Charlotte Knobloch mit den Worten „mit Hermans jüngsten couragierten Äußerungen – ‚es war vieles schlecht im Nationalsozialismus, zum Beispiel Adolf Hitler, aber manches war auch gut, zum Beispiel die Guten und die Juden’ – können wir uns vollumfänglich identifizieren“ zitierte. Das Gleiche gilt für die Aussage, der Zentralrat wolle Herman das Amt einer Protokollführerin ohne Geschäftsbereich anbieten und habe den NDR ultimativ aufgefordert, die Kündigung Hermans rückgängig zu machen. Laut TAZ sagte Knobloch keineswegs „da haben wir schon ganz andere Dinger durchgedrückt“. Darüber hinaus hat die TAZ auch nicht Michel Friedman zu Wort kommen lassen, wenigstens nicht mit den Worten, es werde prinzipiell „jede aufgenommen, die sich anständig benimmt – und wenn sie tausendmal Christin oder ukrainische Zwangsprostituierte ist“.

Zweitens: Die National-Zeitung hat niemals berichtet, der Zentralrat der Muslime wolle dem Fußballer Ashkan Dejagah eine Funktion in der Führungsebene des Verbands anbieten. Schon gar nicht schrieb sie, dass der Zentralrats-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler den Entschluss Dejagahs als „zutiefst respektabel“ lobte. Das Gleiche gilt für die Aussage, Dejagah eigne sich hervorragend für den Posten des Ehrenmordvorsitzenden. Laut National-Zeitung sagte Ayyub Köhler keineswegs, die Gespräche mit der Stadt Köln über den Bau einer weiteren Moschee (gefühlte Minarett-Höhe: 223 Meter) im Stadtteil Ehrenfeld – gleich neben der bereits genehmigten Zentralmoschee – seien „rundum zufriedenstellend“ verlaufen.

Drittens: Die Hamburger Morgenpost hat niemals berichtet, dass die Bildblog-Betreiber ihre „Bild“-kritische Bloggerei beenden wollen. Völlig unzutreffend ist, dass die Morgenpost den Bildblog-Macher Christoph Schultheis mit den Worten „kein’ Bock mehr auf den Scheiß“ zitierte. Darüber hinaus wurde niemals geschrieben, Mit-Macher Stefan Niggemeier werde im Januar 2008 eine Volontärsstelle beim Oranienburger Generalanzeiger antreten und habe keine Zeit mehr zu bloggen – wenigstens nicht von der Hamburger Morgenpost.

Viertens: Die Meldung „Uni Tübingen: Psychologie für alle“ nehmen wir ausdrücklich von jeder Richtigstellung aus. Restlos alles, was in der Meldung „Uni Tübingen: Psychologie für alle“ steht, ist radikal wahr. Sowohl, was die Aussage betrifft, die Eberhard-Karls-Universität habe sämtliche Zulassungsbeschränkungen und das interne Auswahlverfahren für den Diplomstudiengang Psychologie aufgehoben als auch, was danach kommt: Dass nämlich Institutsdirektor Martin Hautzinger sagte, man habe entschieden, für das Wintersemester 2007/08 ausnahmslos alle hochschulreifen Bewerber zu akzeptieren, und dass selbst talentierte Haupt- und Realschulabsolventen eine gute Chance hätten. Ebenso wahr ist, dass Haupt- und Realschüler den Abiturienten und Professoren in puncto Blödheit in nichts nachstehen. Interessenten mögen sich bitte wie angekündigt am 16. Oktober um 17 Uhr im Psychologischen Institut (Tübingen, Friedrichstraße 21) einfinden. Denn, jawohl: Einschreibungen werden an Ort und Stelle vorgenommen.


mansardenticker 10/07

12. Oktober 2007

+++ eva herman zum zentralrat +++ +++ +++

Berlin. Der Zentralrat der Juden will Eva Herman eine Funktion in seiner Führungsebene anbieten. Das meldet die in Berlin erscheinende „Tageszeitung“ (TAZ) in ihrer morgigen Ausgabe. „Mit Hermans jüngsten couragierten Äußerungen – ‚es war vieles schlecht im Nationalsozialismus, zum Beispiel Adolf Hitler, aber manches war auch gut, zum Beispiel die Guten und die Juden’ – können wir uns vollumfänglich identifizieren“, zitiert die TAZ die Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch. Um Eva Herman Anerkennung zu zollen, so Knobloch weiter, werde man ihr das Amt einer Protokollführerin ohne Geschäftsbereich anbieten. Überdies fordere der Zentralrat den NDR ultimativ auf, die Kündigung Hermans rückgängig zu machen. Am Erfolg der Forderung zweifle Knobloch nicht im geringsten: „Da haben wir schon ganz andere Dinger durchgedrückt.“

Die TAZ beruft sich außerdem auf den früheren stellvertretenden Zentralrats-Vorsitzenden Michel Friedman: Auf die Frage, ob Eva Herman als Nichtjüdin denn überhaupt einen Posten im Zentralrat annehmen dürfe, habe Friedman entgegnet, es werde prinzipiell „jede aufgenommen, die sich anständig benimmt – und wenn sie tausendmal Christin oder ukrainische Zwangsprostituierte ist“.

+++ ashkan dejagah zum zentralrat +++ +++ +++

München. Der Zentralrat der Muslime will dem deutsch-iranischen U21-Fußball-Nationalspieler Ashkan Dejagah eine hochdotierte Funktion in der Führungsebene des Verbands anbieten. Dejagah hatte sich dieser Tage geweigert, mit der Nationalmannschaft zu einem Länderspiel in Israel anzutreten. Wie die „National-Zeitung“ mitteilt, habe der Zentralrats-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler den Entschluss Dejagahs als „zutiefst respektabel“ gelobt. Der Fußballer, so Köhler, eigne sich hervorragend für den Posten des Ehrenmordvorsitzenden.

Ayyub Köhler habe darüber hinaus Stellung zum „Moscheen-Streit“ bezogen. So habe er erklärt, die Gespräche mit der Stadt Köln über den Bau einer weiteren Moschee (gefühlte Minarett-Höhe: 223 Meter) im Stadtteil Ehrenfeld – gleich neben der bereits genehmigten Zentralmoschee – seien „rundum zufriedenstellend“ verlaufen.

+++ „bildblog“ stellt blogging ein +++ +++ +++

Hamburg. Die Betreiber des Bildblogs wollen ihre „Bild“-kritische Bloggerei beenden, schreibt die Hamburger Morgenpost. „Kein’ Bock mehr auf den Scheiß“, zitiert das Blatt den Bildblog-Macher Christoph Schultheis. Außerdem trete Mit-Macher Stefan Niggemeier im Januar 2008 eine Volontärsstelle beim Oranienburger Generalanzeiger an und habe keine Zeit mehr zu bloggen.

+++ uni tübingen: psychologie für alle +++ +++ +++

Tübingen. Die Eberhard-Karls-Universität hat sämtliche Zulassungsbeschränkungen für den Diplomstudiengang Psychologie aufgehoben. Abgeschafft ist damit auch das interne Auswahlverfahren, nach dem bislang sechzig Prozent der Studienplätze vergeben wurden. Man erwarte für die kommenden Jahre einen bedenklichen Psychologen-Mangel, kommentierte Institutsdirektor Martin Hautzinger die Maßnahme. Darum habe man entschieden, für das Wintersemester 2007/08 ausnahmslos alle hochschulreifen Bewerber zu akzeptieren. Selbst talentierte Haupt- und Realschulabsolventen hätten eine gute Chance: „Wir haben das untersucht, die stehen den Abiturienten und Professoren in puncto Blödheit tatsächlich in nichts nach“, so Hautzinger. Interessenten finden sich bitte am 16. Oktober um 17 Uhr im Psychologischen Institut (Tübingen, Friedrichstraße 21) ein. Einschreibungen werden an Ort und Stelle vorgenommen.


Aufgemerkt: Bitte beachten Sie diese Richtigstellung.


Volles Programm: Weiber, Moslems, Nashornwasser

5. Oktober 2007

Imagetechnisch kräftigst abgewatscht wurde im vergangenen November die Firma „Rhino’s Energy Drink and Food GmbH“ aus Krailling. Das kam, weil Rhino’s-Werbeträger Axel Schulz beim Kampf gegen Brian Minto rein gar nichts zuwege brachte. Schon in der vierten Runde hing der Butterboxer kläglich in den Seilen; das auf seine Hose gebügelte Rhino’s-Energy-Drink-Rhinozeros hing, die außerordentliche Saft- und Kraftlosigkeit des Lifestyle-getrimmten Gesöffs symbolisierend, mit ihm.

Diese Schmach vergessen zu machen, haben sich die Leute bei Rhino’s kürzlich etwas einfallen lassen: Sie entwarfen ein Werbebanner, das man sich auf die private Website kleben soll. Etliche haben bereits geklebt. Der Clou ist: Wer mitmacht, bekommt 24 Gratisdosen voll Rhino’s Drink zugeschickt („solange der Vorrat reicht“ – haha, der war gut!).

Jüngst teilte die Firma nun mit, sie könne wegen der großen Nachfrage keine Blog- und Foreneinträge mehr berücksichtigen. Allerdings behalte man sich vor, die Seite zu akzeptieren. Für mich heißt das: Wenn ich das Banner auf meinen Blog und in einen Rhino’s-genehmen Kontext stelle, bin ich trotzdem im Rennen. Ich platziere also hier das Werbebanner

und treffe folgende Aussagen:

Erstens: Rhino’s Energy Drink schmeckt wie Abwaschwasser.

Zwotens: Es kotzt mich an, wenn Schlabberwasser-Hersteller versuchen, das Internet mit ihrem Werbe-Scheiß zuzumüllen, indem sie die Käuflichkeit und Markengeilheit unreifer Webseitenbetreiber ausnutzen.

Drittens: Es kotzt mich an, dass Rhino’s darauf baut, dass die unter Punkt zwo genannten unreifen und unsicheren Menschen gar nicht merken, dass sie ausgenutzt werden.

Viertens: Trinkt eure Energy-Plörre doch alleene.

So. Bin mal gespannt, was die Damen und Herren aus Krailling dazu meinen. Die 24 Gratisdosen dürften mir sicher sein.

(Wie bitte? Ob ich in Wahrheit gar keine Rhino’s-Dosen will, sondern mich nur ein bisschen lustig mache über die Rhino’s-Marketingabteilung? – Ja, das kann sein. Zuerst hatte ich das Rhino’s-Werbeprogramm ja auf herkömmliche Art anprangern wollen, habe aber bald gemerkt, dass ich das nicht kann. Weil, eigentlich kann man dazu nur noch sagen: Das ist eine widerwärtige Scheiße.)

Apropos widerwärtige Scheiße: Es gibt Neues zu vermelden aus der Welt der Münchener Edel-Boutiquen. Vergangene Woche wurde im Bayerischen Fernsehen ein derartiger Laden gezeigt. Der Laden war auf Nobel-Dirndl und -Janker spezialisiert. Die Verkäuferin – selbst im Dirndl – erklärte dem Fernsehteam, dass man als Frau am besten im Dirndl auf’s Oktoberfest gehen solle. „Wenn man so macht“, sagte sie und zog die Brustabdeckung etwas herab, „sabbern die Männer ein bisschen. Wenn man so macht“ – sie zog den Brustlatz noch weiter runter – „sabbern die Männer viel. Darum sollte man das auch am besten nicht machen, es sei denn, man hat einen Elektroschocker dabei.“

Die Frau war also der Ansicht, Männer würden, sobald sich irgendwo ein weiblicher Busen zeigt, derart aufdringlich werden, dass man sie nur noch mit einem Gerät abwehren kann, das gewöhnlich beim Schweinetreiben Verwendung findet. Weibliche Ignoranz in Reinform.

(Da wir gerade von weiblicher Ignoranz reden: Wusstet Ihr schon, dass sich das feministische und das islamische Männerbild gleichen wie ein Ei dem anderen? Da wie dort geht man von der Prämisse aus, alle Männer seien Vergewaltiger. Während allerdings die Feministen darauf mit „Schwanz ab“-Forderungen reagieren und sagen, man müsse Männer mit Elektrowaffen fernhalten, verhüllt sich die Mohammedanerin im Ganzkörperschleier, um keinen der potenziellen Vergewaltiger zu reizen. Aus den Gesetzmäßigkeiten der Selffulfilling Prophecy folgt, dass einige Männer dann tatsächlich zu Vergewaltigern werden – für die Frauen wiederum Gelegenheit, mit einem triumphierenden „Siehste!“ ihr Männerbild bestätigt zu sehen. Ich schweife ab.)

Was ich mit einem solchen gemeingefährlichen Weib wie dem aus dem Dirndl-Laden tun würde? Zurück-Elektroschocken wäre zu einfallslos, und auf den elektrischen Stuhl setzten könnte zu Missverständnissen führen. Vielleicht muss es in diesem Fall tatsächlich die Höchststrafe sein: 24 Dosen Nashornsabber von Rhino’s auf ex.

Nun ja, vielleicht wäre das doch etwas übertrieben. Wir Männer sind schließlich keine Unmenschen.


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